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Die Familie Gillmeister gibt es in dieser Besetzung seit 29.04.2000.



Mutter  Gabriele


ist die gute Seele der Familie, da sie Nerven wie Stahlseile hat.


Vater Lutz


versucht, seine kurze Freizeit auf alle Familienmitglieder gleich zu verteilen.


Tochter Christina


hat ihrer kleinen Schwester das Leben gerettet.


Sohn Sebastian


hat lange gebraucht, um die Krankheit seiner Schwester zu verarbeiten.

und die jüngste Tochter Katharina 


wurde am 29.04.2000, um 15.35 Uhr in der Kinderklinik in Villingen im Schwarzwald geboren.





Bis zu diesem Bild, an ihrem 1. Geburtstag, hat Katharina viel viel erlebt. 




Katharina durfte eine Woche nach ihrer Geburt nach Hause.

Am 7.Mai 2000 musste sie wieder in die Kinderklinik, da man feststellte, dass sie zwar keine Schilddrüse habe, aber das Gewebe dafür, was aber nicht funktioniert.

Nach einer medikamentösen Einstellung verbesserten sich auch schlagartig ihre Billirubinwerte und eine seit Geburt verlaufende Gelbsucht verbesserte sich.  Andere Blutwerte wie Leukozyten und Entzündungswert blieben schlecht.

Am 02.06.2000 wurde Katharina erneut in die Kinderklinik eingeliefert mit dem Verdacht eines abgehenden Keuchhustens und einer doppelseitigen Lungenentzündung.

Nachdem die Lungenentzündung ausgeheilt war, konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.

Kaum drei Tage später traten dieselben Symptome auf: Husten, Verschlucken beim Trinken mit Erstickungsanfällen bis zum blau angelaufenen Gesichtel und ständig verschleimt.

Nachdem die verschiedensten Ärzte die verschiedensten Diagnosen stellten und jeder Arzt andere Medikamente verordnete hatten wir die Nase voll und versuchten schnellst möglich einen Termin in der Uni-Kinderklinik-Freiburg zu bekommen, den wir für den 05.07.2000 um 10 Uhr bekamen.

Nach langer Untersuchung sagte man uns drei mögliche Diagnosen :                            1.) ein hartnäckiger Infekt, was die einfachste der drei Möglichkeiten gewesen wäre,   2.) eine Mukoviszidose, eine Lungenkrankheit, bei der die Lebenszeit begrenzt ist oder  3.) eine seltene Art der Leukämie. 

Katharina wurde noch am selben Abend auf der onkologischen Station der Uni-Kinderklinik aufgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ihr Blut 69000 Leukozyten.

Am 07.07.2000 wurde an Katharina's Schienbein eine erste Knochenmarkpunktion durchgeführt und zur Untersuchung in das onkologische Labor der Uni-Klinik-Gießen geschickt.

Zehn Tage später kam der erschreckende Befund: Katharina hat JMML (Juvenile Myelomonozytäre Leukämie), eine Art der Leukämie die nur bei Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr auftritt.

Für unsere Familie und Angehörigen brach eine Welt zusammen.






Da wir nicht wussten, ob Katharina diese Krankheit überleben würde, ließen wir sie in der Klinik am 23.07.2000 von ihrem Opi taufen. Dies war für ihn die schwerste Taufe seiner Amtszeit als Pfarrer.

Von nun an wurde ein passender Knochenmarkspender für Katharina gesucht.

Zum Glück stellte sich heraus, dass ihre große Schwester Christina das Knochenmark mit den passenden Merkmalen hat, was sehr selten ist.

Für die damals 12-jährige Christina war es eine Selbstverständlichkeit, ihrer kleinen Schwester zu helfen und ihr Knochenmark zu spenden.

Ab dem 17. August bekam Katharina für acht Tage eine  sogenannte ,,Hammerchemotherape'', bei der sie mehrere Chemo-Medikamente erhielt, wobei alles zerstört wurde, was mit dem Blut, deren Produktion und dem Abwehrsystem zu tun hatte, somit auch das alte Knochenmark.




Am 25. August bekommt Katharina das aufbereitete Knochenmark zugeführt, was ihrer Schwester Christina am Morgen des gleichen Tages entnommen wurde.

Es begann die ewige Zeit des Wartens, die unwahrscheinlich mürbe machte.




Die Zeit im KMT-Zimmer (Knochenmark-Transplantation) war für alle eine harte Zeit, da nicht immer alle Familienangehörigen ins Zimmer durften und das Zimmer durch eine Schleuse vom Stationsgang getrennt war.




24 Tage nach der Transplantation durfte Katharina zum ersten Mal an die frische Luft und danach in ein anderes Zimmer.






Katharina hatte insgesamt sechs Lungenentzündungen, davon drei doppelseitig.

Ihr mußte dreimal eine Lungendrainage gelegt werden, da sich ihre Lunge aufgrund der Entzündungen ständig mit Gewebswasser füllte.






Am 25. Oktober verschlechterte sich Katharina's Zustand so sehr, dass sie mit einem Lungenzusammenfall auf die Intensivstation verlegt werden musste, wo sie in ein künstliches Koma gelegt wurde.

Im Koma bekam sie einen Gehirnschlag.






Nach einer bangen Zeit auf der Intensivstation, in der wir dachten, dass Katharina nicht mehr aufwachen würde, geschah das nächste Wunder. Sie erwachte aus dem Koma und fand innerhalb kurzer Zeit ihr süßes Lächeln wieder.

Bei allem Bangen - die Hoffnung stirbt zuletzt.

Anfang Februar durfte Katharina das Krankenhaus zum 1. Mal verlassen.




Bis hierher kann man sagen, dass Katharina mehr ERLEBT hat, als manch 80-jähriger Rentner.

Katharina hat drei Leben.

Sie musste nach Ihrem ersten Geburtstag nochmals in die Klinik nach Freiburg, da sie eine Entzündung an der Spitze Ihres Venen-Katheters hatte, den sie eigentlich ein Jahr behalten sollte (bis zum 05.07.2001).

Auf Grund der Entzündung entfernte man diesen Katheter vorzeitig.

Dies machte natürlich eine intensivere Kontrolle notwendig (drei Mal wöchentlich).

Nach einem viertel Jahr wurde es wöchentlich und nach einem halben Jahr 14-tägig.




Vom 27.12.2002 bis 24.01.2003 hatte unsere Familie das große Glück eine Familienkur in Anspruch nehmen zu dürfen, was mit vielen bürokratischen Hindernissen verbunden war.

Wir freuten uns riesig auf vier Wochen Syltklinik, in denen die ganze Familie wieder Kraft  für die Zukunft tankte.